In der Vergangenheit haben wir bereits häufig versucht, einen Eindruck davon zu vermitteln, in wie vielen Fällen man als Bauherr und Projektentwickler nicht Herr über Zeit und Gesetzmäßigkeiten im Zusammenhang mit einem Bauantragsverfahren ist. Speziell in Berlin führt dies dazu, dass man sich ein Stück weit wie vor Gericht und auf hoher See, nämlich in Gottes Hand wähnt, sobald das Bauantragsverfahren beantragt ist. Und wenn neben dieser eigentlich einzig gefürchteten Instanz sich noch die Politik hinzugesellt, um über die Umgebungsbebauung nachzudenken, neigen Sie endgültig dazu, auf höhere Einflüsse zu Ihren Gunsten zu hoffen. Es sei denn, Sie versuchen, das zu tun was in Ihrer Macht steht und suchen das Gespräch mit Politik und Verwaltung. Vorrangiges Ziel kann hierbei nur sein, wechselseitig für die jeweiligen Belange zu sensibilisieren und das primäre Ziel – den Wohnungsbau – nicht aus den Augen zu verlieren. Zur Erinnerung: Stadt und Senat überlegen, ob der sog. Kollhoffsche Plan ganz oder teilweise umgesetzt werden soll und eines der dabei geplanten Hochhäuser unser direkter Nachbar wird, oder nicht.

Diese Überlegungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die die Abstandflächen und die zu treffenden Nachbarschaftsvereinbarungen. Und so haben wir umgehend die Gespräche mit dem Ziel einer baldigen Nachbarschafts- und Abstandsflächenvereinbarung aufgenommen. Nach mehreren Gesprächen mit Stadt und Senat konnten wir dem Senat schließlich eine Vereinbarung vorlegen, für die wir uns zuvor ausführlich rechtlich beraten ließen. Die Gesprächsinhalte mit Stadt und Senat wurden dabei bestmöglich berücksichtigt.

Unser Entwurf stieß auf ein sehr positives Echo, so dass er tatsächlich als Vorlage genutzt wurde, um ihn mit Ergänzungen und Anmerkungen zu versehen und ihn sodann dem Senator zur Unterschrift vorzulegen. Somit gelang es uns, den Prozess wahrscheinlich erheblich zu verkürzen. Eine unterschriebene Nachbarschafts- und Abstandsflächenvereinbarung zur Regelung der Baulasten ist Grundvoraussetzung für die Weiterbearbeitung des Bauantrags. Möglicherweise wird schon in den nächsten Wochen die Unterzeichnung der Vereinbarung erfolgen.

Auch, wenn dieser Erfolg für Außenstehende auf den ersten Blick keinen greifbaren Erfolg darstellt, so ist es – vor dem Hintergrund der Ausgangssituation – ein Meilenstein, über den wir uns sehr freuen.